PROGRAMM

 

Freitag, 20. Mai 2005

Einstieg

Institut für Deutsche Philologie

 

17.30 – 18.30 Uhr

Geschichte und Struktur des FJT für Neueinsteigerinnen – betrachtet im Kontext der deutschen Frauenbewegung

Friederike Wapler (Juristin, Hannover)

Prof. Dr. Sibylla Flügge (FH Frankfurt/M)

Ute Gerhard: Unerhört - Die Geschichte der deutschen Frauenbewegung, 1990.
djb (hg): Juristinnen in Deutschland, 3. A. 1998.
www.feministischer-juristinnentag.de


18.30 Uhr  

Abendessen

 

20.00 Uhr

Eröffnungsvortrag:

Perspektiven der Gleichstellungspolitik – kritische und selbstkritische Fragen

Rechtspolitisch wird die Frage nach der Gleichstellung von Frauen immer seltener gestellt, es geht zunehmend um „Diversity“, „Family Mainstreaming“, „Rassismus“ und „Integrationspolitik“. Nicht zuletzt für den FJT ergibt sich daraus die Frage, wo Feminismus, Gender Mainstreaming und Antidiskriminierung heute ihren Platz gefunden haben.

Prof. Dr. Susanne Baer, LL.M.

Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien, Humboldt Universität Berlin

  http://baer.rewi.hu-berlin.de/



Samstag, 21. Mai 2005

AG-Block I

9.00 – 10.30 Uhr

 

01

Wer verdient den größten Schutz? – Geschlecht – Rasse – Behinderung … in den Richtlinien der EU und in nationaler Umsetzung

Die deutsche Antidiskriminierungsgesetzgebung reagiert meist nur auf europäische Vorgaben. Die neueren RL (etwa Antirassismus-, Gender-, Rahmen-, Güterzugangs- oder beschäftigungsspezifische Gleichbehandlungs-RL) fallen durch gruppenspezifische Differenzierungen/Bereichsausgrenzungen auf. In der AG sollen Hierarchisierungsgefahren bzgl. der einzelnen „Merkmale“ auch mit Blick auf die Soziale Sicherung beleuchtet werden.

Susanne Dern (Rechtsanwältin, wiss. Mitarbeiterin, Uni Marburg)

Richtlinien unter http://europa.eu.int/
Dagmar Schiek, in: ai, Heft 4, 2004, S. 8ff.
Susanne Baer, in: ZRP 2002, S. 290ff.


 
02

Die personenstandsrechtliche Behandlung der Transsexualität und Intersexualität

Transsexualität und Intersexualität sind weitgehend ausgeblendete Phänomene im starr zweigeschlechtlichen deutschen Rechtssystem. Doch auch hier gibt es rechtliche Fragen und Probleme. Frau Augstein wird zunächst über die jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen der Vornamensänderung und der Feststellung der neuen Geschlechtszugehörigkeit sprechen. Dies richtet sich bei Transsexualität nach dem Transsexuellengesetz (TSG), bei Intersexualität nach dem Namensänderungsgesetz (NamÄndG) und dem Personenstandsgesetz (PStG). Anschließend wird Frau Augstein noch darstellen, wie die jeweiligen Möglichkeiten sind, eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft einzugehen.

Maria Sabine Augstein (Rechtsanwältin, Tutzing)

Neues zur Rechtslage von Transsexuellen.
Aktion Musterpaare
http://dgti.trans-info.de/
http://www.transgender-net.de/
http://www.forschergruppe-intersex.de/
http://www.transsexuell.de/start.shtml
http://www.xy-frauen.de/
http://www.transx.ch/

 

03

Mediation als Alternative im familienrechtlichen Kontext?

Mediation wird in feministischen Kreisen u.a. auf Grund informeller Regeln, die Frauen benachteiligen, oder geschlechtsspezifischen Rollenzuweisungen und Machtungleichgewichten, die unzureichend berücksichtigt werden, immer noch skeptisch betrachtet. Die AG setzt sich mit neuen Entwicklungen und Erkenntnissen der Mediation, mit Chancen und Risiken für Frauen auseinander. Sie dient dabei auch dem Austausch von Erfahrungen und soll Rahmenbedingungen für Mediationen insbesondere im Bereich des Familienrechts diskutieren.

Susanne Pötz-Neuburger (Rechtsanwältin und Mediatorin, Hamburg)

Grillo: Mediation als Alternative? - Risiken des Mediationsverfahrens für Frauen, STREIT 2001, S. 91ff.

 

04

Die Berücksichtigung des weiblichen Lebenszusammenhangs in der Sozialversicherung: Von der Frauenfrage zur Kinderfrage?

In den letzten zwei Jahrzehnten ist die traditionelle Bewertung der Hausfrauentätigkeit in den sozialen Sicherungssystemen systematisch zurückgefahren worden. Dies zeigt sich bei Witwenrente, Familienkrankenversicherung und Renteneintrittsalter. Im Rahmen der Sozialversicherung wird vermehrt an das Kriterium der Elternschaft angeknüpft (Kindererziehungszeiten, Kinderberücksichtigungszeiten, Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung für Kinderlose). Wertmäßig war der "alte" Ausgleich zugunsten der Frauen um ein Vielfaches höher als der nunmehr in den Vordergrund tretende kindbezogene Ausgleich.

Es wird zu diskutieren sein, ob die Pluralisierung der weiblichen Lebensentwürfe, vor allem die Kinderlosigkeit von etwa einem Drittel der nach 1965 geborenen Frauenjahrgänge, zwangsläufig dazu führt, dass sozialstaatliche Kompensationen immer weniger an dem Kriterium Geschlecht anknüpfen können und wie dies zu bewerten ist. Selbst das scharfe Instrumentarium der mittelbaren Diskriminierung scheint immer schwerer zu greifen. Insbesondere für die Rentenversicherung wird aufgezeigt, dass die Übertragung des Schweizer Grundsicherungsmodells eine Möglichkeit wäre, in größerem Rahmen als heute eine Umverteilung zwischen Männern und Frauen, Eltern und Kinderlosen sowie einkommensstarken und einkommensschwachen Versicherten vorzunehmen.

Prof. Dr. Anne Lenze (EFH Darmstadt, Uni Frankfurt/M)

Anne Lenze: Rentenreform zwischen Eigentumsschutz und Gleichheitssatz, Neue Zeitschrift für Sozialrecht, 2003, S. 505ff.

 
05

Internationaler Menschenrechtsschutz für Frauen: Beispiel Afghanistan

Seit mehr als einem Jahr beraten von medica mondiale unterstützte und geschulte Anwältinnen inhaftierte Frauen in den Gefängnissen Afghanistans, um den Anspruch auf ein faires Gerichtsverfahren für sie durchzusetzen. Mehr als 90 Frauen und Mädchen wurden bisher freigelassen. Die Frauen sind überwiegend wegen sog. „moralischer Verbrechen“ inhaftiert, ihre Integrität daher auch nach der Freilassung nicht gesichert. Die Referentin Selmin Caliskan wird über die Entstehung des Projektes und über die täglichen Herausforderungen der Mitarbeiterinnen im Umgang mit Vertretern des Justizsystems, aber auch über die Arbeit mit Dorfgemeinschaften und Familien berichten.  

Selbst geschulte Anwältinnen müssen scheitern, wenn sie auf ein funktionsunfähiges Justizsystem treffen. Nach mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg sind öffentliche und soziale Institutionen in Afghanistan zerstört. In dem Projekt „Förderung der Rechtsstaatlichkeit“ arbeitet die GTZ mit Innenministerium, lokalen NGOs und afghanischen Fach- und Führungskräften zusammen. Das Ziel des Vorhabens lautet: Ausgebildetes Personal in Justiz, Polizei und Verwaltung nimmt seine Aufgaben nach rechtsstaatlichen Prinzipien wahr. Frau Dr. Klinger wird das Projekt vorstellen und dabei insbesondere auf die Unterstützung für Frauen in der Polizei eingehen.

Selmin Caliskan (Medica Mondiale, Köln/Kabul)

Dr. Monika Klinger (Juristin, German Technical Cooperation, Kabul)

Medica Mondiale in Afghanistan
Die GTZ in Afghanistan
Nachrichten aus Afghanistan
Frauen in Afghanistan


 
Samstag, 21. Mai 2005

AG-Block II

11.00 – 12.30 Uhr

 

06

Unterhaltsrecht und Versorgungsausgleich - geplante Neuregelungen

Der Gesetzgeber bemüht sich, als verfassungsrechtlich bedenklich erkannte Zustände im Familienrecht abzuarbeiten: zum einen soll das Unterhaltsrecht überschaubarer und einfacher werden, zum anderen sollen im Versorgungsausgleich die Unzuträglichkeiten bei der Vergleichbarmachung unterschiedlicher Versorgungsanrechte (BarwertVO) beseitigt werden. Die Pläne des Gesetzgebers insbesondere im Unterhaltsrecht führen allerdings nicht vorrangig zu einer Vereinfachung, sondern haben vor allem die finanzielle Unterstützung der seriellen Polygamie im Auge; die bisherigen Vorschläge zum Versorgungsausgleich lassen befürchten, dass nun erst recht geschlechtsspezifisch benachteiligende Berechnungsmodalitäten eingeführt werden. In der AG sollen die Vorschläge vorgestellt und diskutiert werden.

Sabine Heinke (Richterin, AG Bremen)

 

07

Studienreformen: Alles Gender?

Welche geschlechtsspezifischen Auswirkungen hat die Umwandlung der Studiengänge in Bachelor- und Mastermodelle? Wo sind die Problembereiche? Wo die Handlungsmöglichkeiten?

Marta Pello Garcia (student. Gleichstellungsbeauftragte, Uni Bochum)

Sabine Hering / Elke Kruse: Frauen im Aufwind des Bologna-Prozesses?, Tagungsdokumentation, 1.-2.10.2003, Frankfurt am Main.


 
08

Gleichstellungsdefizit durch Privatisierung?

Privatisierung öffentlicher Aufgaben ist ein – durchaus umstrittenes – Mittel zur Entlastung staatlicher Haushalte. Eine bislang wenig beachtete Folge ist, dass die Gleichstellungsgesetze des Bundes und der Länder nicht mehr anwendbar sind, da sie nur die öffentliche Hand binden. In der AG soll diskutiert werden, ob stattdessen das Zivilrecht, einschließlich des Entwurfes zum Antidiskriminierungsgesetz, diese Form der Deregulierung durch Privatisierung effektiv kompensieren kann.

Sandra Lewalter (Juristin, wiss. Mitarbeiterin, GenderKompetenzZentrum Berlin)

Das Gleichstellungsgesetz des Bundes
Privatisierung in der Schweiz: Frauen bezahlen
Gegen den Privatisierungswahn
Frauen stoppt GATS! Internationaler Kongress.

 

09

Gender Mainstreaming und Gesetzesfolgenabschätzung am Beispiel der Hartz-Gesetze

Im Rahmen der Strategie Gender Mainstreaming spielt Gesetzesfolgenabschätzung eine wichtige Rolle. Die Funktionsweise und Bedeutung der Gesetzesfolgenabschätzung wird in der AG am Beispiel der Hartz-Gesetze partizipativ erarbeitet. Dabei wird auf Basis der sozialwissenschaftlichen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitikforschung argumentiert, um dann gemeinsam mit den Teilnehmerinnen an rechtliche Grundlagen rückzukoppeln und zu diskutieren.

Petra Ahrens (Dipl-SoWi, wiss. Mitarbeiterin, GenderKompetenzZentrum Berlin)

Bundesregierung (Hg): Arbeitshilfe zu § 2 GGO, Gender Mainstreaming bei der Vorbereitung von Rechtsvorschriften, Berlin 2003.
http://www.genderkompetenz.info/gm_in.php

 

10

Religion und Recht: aktuelle Fragen

Die Veränderungen der religiösen Landschaft, insbesondere die wachsende Bedeutung des Islam, stellen die rechtlichen Beziehungen zwischen Staat und Religion vor neue Aufgaben. Wie ist mit konkurrierenden (moralischen) Normensystemen umzugehen, die sich nicht nahtlos in das System des Grundgesetzes einpassen? Ist Religion Privatsache? Was bedeutet Neutralität des Staates mit Blick auf Kopftuch, Gebetsruf, Bestattungswesen und Kruzifix?

Dr. Diana Zacharias (wiss. Mitarbeiterin am Institut für Kirchenrecht, Uni Köln)

Kopftuchurteil des BVerfG (Ludin)

 

12.30 – 14.00 Uhr

Mittagessen

 

Samstag, 21. Mai 2005

Foren

14.00 – 16.30 Uhr

 

11

Das neue Antidiskriminierungsrecht: Was lange währt …

Die europäischen Antidiskriminierungs-Richtlinien verpflichten zum umfassenden Schutz vor Diskriminierung im Bereich Beschäftigung und Beruf hinsichtlich der Merkmale Rasse, ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexuelle Identität und Geschlecht. Die Mitgliedsstaaten sind zudem verpflichtet, Menschen im privaten Dienstleistungsverkehr und im Sozialrecht vor rassistischer und ethnischer Diskriminierung zu schützen. Österreich hat Mitte 2004 sein Gleichbehandlungsrecht angepasst, in Deutschland wurde bei Redaktionsschluss über den Gesetzentwurf diskutiert, der zwischenzeitlich als Fraktionsentwurf in den Bundestag eingebracht wurde.

Das Forum dient der Diskussion und ersten Bewertung von Inhalten und Umsetzungsstrategien des neuen Antidiskriminierungsrechts in Deutschland. Welche Regelungen versprechen eine weitreichende Besserung? Was sind unzureichend geregelte Probleme? Welche Gruppen werden in ihren Diskriminierungserfahrungen ausreichend berücksichtigt, welche nicht? Wie sollen und können die Maßgaben am wirkungsvollsten umgesetzt werden? Ein Blick auf das Modell der österreichischen Umsetzung der EU-Richtlinien soll andere Regelungsmöglichkeiten aufzeigen und Erfahrungen der Umsetzung einbeziehen. Darauf aufbauend sollen zukunftsorientiert Handlungsbedarfe und Handlungsstrategien diskutiert werden.

Renate Augstein (Leiterin der Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Gleichbehandlungsrichtlinien im BMFSFJ, Berlin)

Anne Jenter (Abteilungsleiterin Gleichstellungs- und Frauenpolitik, DGB-Bundesvorstand, Berlin)

Dr. Ingrid Nikolay-Leitner (Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft, Wien)

Moderation: Julia Zinsmeister (Rechtsanwältin, Professorenvertreterin EFH,Bochum/Nürnberg)

Loccumer Protokolle über das 3. Symposium zur Umsetzung der EU-Gleichbehandlungsrichtlinien in Deutschland vom 2. bis 3. Dezember 2004.
BGBl 65/2004 und 66/2004 unter www.ris.bka.gv.at
Gesetzentwurf und Protokoll der BT-Anhörung unter www.bundestag.de

 

12

Gewaltschutzgesetz: Umsetzung und Perspektiven

Das Gewaltschutzgesetz ist seit 2002 in Kraft. Im Auftrag der Bundesregierung ist die Umsetzung der neuen Vorschriften zeitnah untersucht worden. Zugleich hat der Deutsche Juristinnenbund durch verschiedene Umfragen die Praxis in den Bundesländern analysiert. Die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Häusliche Gewalt unter Federführung des Bundesfrauenministeriums greift das Thema Gewaltschutzgesetz und die Rückmeldungen aus der Praxis kontinuierlich auf.  Alle Untersuchungen und Praxisrückmeldungen weisen darauf hin, dass das Verfahren den Bedürfnissen der Antragstellerinnen nach schnellem und durchgreifendem Schutz noch weiter angepasst werden muss.

In dem Forum werden die Ergebnisse der angesprochenen Untersuchungen und Praxisrückmeldungen dargestellt. Sabine Heinke hat an der Rechtstatsachenuntersuchung und den Umfragen des djb teilgenommen, Birgit Schweikert und Gesa Schirrmacher beschäftigen sich mit der Entwicklung von Perspektiven auf der Basis ihrer Erkenntnisse auf Bundes- und Landesebene.
Das Forum dient der Bestandsaufnahme, der Sammlung von Erfahrungen und der Formulierung von Vorschlägen für eine weitere Verbesserung des Verfahrens im Sinne der betroffenen Frauen.  

Dr. Birgit Schweikert (Referat „Schutz von Frauen vor Gewalt", BMFSFJ)

Dr. Gesa Schirrmacher (Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit)

Sabine Heinke (Richterin, AG Bremen)

Das Gewaltschutzgesetz
Broschüre "Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt"
Birgitt Haller: Gewalt in der Familie. Eine Evaluierung der Umsetzung des österreichischen Gewaltschutzgesetzes, in: Wolfgruber / Grabner (Hg): Politik und Geschlecht, 2000, S. 191-209.
djb: Zur Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes
Kommission zur Begleitung des Gewaltschutzrechts
Birgit Schweikert / Susanne Baer: Das neue Gewaltschutzrecht, Baden-Baden 2002.
Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Häusliche Gewalt"

 
13

Strategisch vorgehen: Spiele statt Spielchen

Aktiv eine Situation gestalten heißt, strategisch vorgehen. Frauen haben meist ein gespanntes Verhältnis zu Strategien. Auf der Basis der Erkenntnisse von M. Crozier können die Teilnehmerinnen einen neuen, systematischen Blick auf bekannte Situationen richten und erkennen, „was gespielt wird“. In jedem Spiel gibt es verschiedene Möglichkeiten. Diese für das Spiel auszuloten und für die konkrete Situation nutzbar zu machen, macht uns souverän.

Zita Küng (Juristin, Consultant/Coach, Zürich)

 

Samstag, 21. Mai 2005

Zwischenplenum

17.00 – 18.30 Uhr

 

The feminist fishbowl

Feminismus im 21. Jahrhundert: woher, wohin, mit wem?

Eine Diskussionsrunde mit allen Frauen, die mitreden wollen, inmitten aller Frauen, die mitdenken wollen, mit Blick auf die Zukunft.

Welche Gründe gibt es heute, Feministin zu sein, also: welche gegenwärtigen Zustände empören uns?

Für welche Ziele wollen wir streiten?

Wie schaffen wir es, parteilich für Frauen zu sein, ohne dabei die Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe aus dem Blick zu verlieren? Was verbindet uns?

Sibylla Flügge, Friederike Wapler, Anna Hochreuter, Ulrike Lembke – und  zwei freie Plätze!

 

Feministische Vielfalt: Vorstellung von Initiativen, Ideen und Projekten

Leipziger Antidiskriminierungsbüro (Anne Kobes)

„Toleranz lässt sich nicht per Gesetz verordnen“. Von dieser Gegenstimme war die kurze, aber sehr kontroverse politische Debatte geprägt, die durch den Gesetzesentwurf vom 15.12.2004 der Bundesregierung zur Umsetzung der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien ausgelöst wurde. Tatsächlich hat die Auseinandersetzung mit der Problematik Antidiskriminierung gezeigt, dass sich die bundesdeutsche Öffentlichkeit in nur unzureichendem Maße der europäischen Vorgaben und kaum der bundesdeutschen Umsetzungsvorschläge bewusst ist. Diese Unkenntnis verweist auch darauf, dass Antidiskriminierung als Alltagskultur, also die gesellschaftliche Grundlage für diese gesetzliche Regelung, noch nicht ausreichend etabliert ist.
Das Antidiskriminierungsbüro Leipzig (ADB e.V.) hat sich neben der Einzelfallhilfe für Betroffene vor allem für die Anfangsphase der Gesetzesinitiative den Arbeitsschwerpunkt gesetzt, durch Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen sowie thematische Lobby- und Kampagnenarbeit eine breite Öffentlichkeit über die Hintergründe des Gesetzes zu informieren. Gerade im gegenwärtigen Stadium des Gesetzgebungsverfahrens ist eine Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Benachteiligung wichtig, um eine Alltagskultur der Antidiskriminierung zu etablieren und die gesetzlichen Regelungen innerhalb eines gesellschaftlichen Klimas von Toleranz und Offenheit zu implementieren.  

Schweizerisches Feministisches Rechtsinstitut Pro FRI (Zita Küng)

ARGE Rechtsanwältinnen im Deutschen Anwaltverein (Silvia Groppler)

Die Arbeitsgemeinschaft Anwältinnen nimmt sich der besonderen Belange von Rechtsanwältinnen an. Dabei steht die Förderung der wirtschaftlichen und beruflichen Interessen im Vordergrund, insbesondere vor dem Hintergrund der familiären Situation.   

Förderung             Förderung der beruflichen Qualifikation von Anwältinnen durch ein spezifisches Fortbildungsprogramm
Wirtschaft             Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der wirtschaftlichen Belange von Anwältinnen    
Familie                 Entwicklung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Karriere   
Networking           Trägerschaft eines berufsspezifischen Netzwerks und Kooperation mit branchenübergreifenden Netzwerken    
Mentoring             Aufbau einer individuellen Berufs- und Karrierenberatung für Anwältinnen  
Veranstaltungen    Durchführung bundesweiter Veranstaltungen z.B. in Kongressen, Gesprächsforen und Vorträgen zu anwältinnen-spezifischen Themen  
Lobbiing               Pflege von Kontakten zu politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern  

Feministisches Rechtsinstitut Hamburg (Anita Roggen)

Das Feministische Rechtsinstitut e.V. hat zum Ziel, feministische Rechtspositionen in Fortbildungen und Veranstaltungen zu vermitteln, weiter zu entwickeln und zu verbreiten.
Das Feministische Rechtsinstitut wendet sich mit seiner Bildungsarbeit sowohl an Juristinnen als auch Nichtjuristinnen und möchte neben der Vermittlung von Inhalten auch die Austauschmöglichkeiten und Vernetzungen stärken. Darüber hinaus will das  Feministische Rechtsinstitut als Informations- und Kontaktbörse für verschiedene Zielgruppen unter Juristinnen zur Verfügung stehen. Regelmäßig wird ein Themenbereich, wo Frauen in der Rechtswirklichkeit benachteiligt sind, in Form einer Kampagne bearbeitet. Die Kampagnen führen Frauen aus Rechtspraxis, Politik und Wissenschaft zusammen, bündeln Ideen und Initiativen und zielen darauf ab, die Rechtswirklichkeit zu verändern.
Gesellschaftliche Ausgrenzung ist ein vielschichtiges Phänomen. Diskriminierungen wegen des Geschlechts durchziehen alle gesellschaftlichen Bereiche und Handlungen. Anti­diskriminie­rungsrecht kann ein wichtiges Instrument sein, um sich gegen Diskriminierung zu wehren und ausgegrenzte Interessen öffentlich zu thematisieren.  Die Umsetzung europäischer Antidiskriminierungsrichtlinien begleiten wir durch eine aktuelle Kampagne: Wir setzen uns für umfassende und wirksame Diskriminierungsverbote ein.
Das Feministische Rechtsinstitut hat vor zwei Jahren seinen Sitz von Bonn nach Hamburg verlegt.  <>

Kontakt
Feministisches Rechtsinstitut e.V.
Große Bergstraße 231, 22767 Hamburg
www.feministisches-rechtsinstitut.de
E-Mail-Adresse: info@feministisches-rechtsinstitut.de

 
Schadensersatz wegen sexuellen Kindesmissbrauchs (Elke Beduhn) Elke Beduhn
Schadensersatz wegen sexuellen Kindesmissbrauchs Familienrechtliche Anspruchsgrundlagen und Verjährung 2004, 425 S., brosch., 77,– EURO, ISBN 3-8329-0472-7 (Nomos Universitätsschriften – Recht, Bd. 401)
Bei sexuellem Kindesmißbrauch – insbesondere innerhalb der Familie – wirken erhebliche Schweige- und Verdrängungsmechanismen. Über die Verjährungshemmung nach § 208 BGB n.F. hinaus kann dem durch familienrechtliche Schadensersatzansprüche Rechnung getragen werden. Die Verdrängung sowie die Interessenkonflikte der gesetzlichen Vertreter müssen beim Verjährungsbeginn sonstiger Ansprüche berücksichtigt werden. Die Autorin legt die tatsächlichen Umstände sexueller Kindesausbeutung dar, weist die Existenz familienrechtlicher Ersatzansprüche erstmals ausführlich nach und benennt ersatzfähige Schäden. Mit überzeugenden neuen Ansätzen analysiert sie die verjährungsrechtliche Situation. Die Ergebnisse dieses Buches eröffnen auch für die Rechtspraxis neue Argumentationswege. Daher ist der Titel ebenfalls Rechtsvertretern, Richtern, Betroffenen und Opferverbänden zu empfehlen.


19.30 Uhr

Buffet und Kultur an der Ostsee

 

Strandspaziergang in Lubmin

Vegetarisches Buffet

Party mit TurnTableTanten

 

 

Sonntag, 22. Mai 2005

Austausch-AGs

10.00 – 11.00 Uhr

 

01 Studentinnen

02 Referendarinnen

03 Juristinnen im Justizdienst / Verbänden / Institutionen

04 Rechtsanwältinnen

05 Wissenschaftlerinnen / Doktorandinnen

06 Mediatorinnen

07 Ideenpool: Rechte einklagen!? Wie wäre es mit einer Stiftung oder einem Verein zur Unterstützung von Klagen zur Durchsetzung von Gleichstellungsrecht?

08 Initiativgruppe 32. FJT 2006

 

Sonntag, 22. Mai 2005

Abschlussplenum

11.15 – 14.30 Uhr

Beim Abschlussplenum wird kurz aus den AGs und Foren berichtet. Vorher angekündigte Resolutionen werden diskutiert und ggf. beschlossen. Die Vorbereitungsgruppe für den nächsten FJT wird gekürt.

 

 

Gefördert durch das BMFSFJ.